Echte Dialoge

Herbert Salzmann, Margit Liebhart

Grundlegendes

Nach einem Basistraining in „wertschätzender Konfrontation“ führen wir häufig „radikal offene Dialoge“ mit Teams oder zwischen Teams durch. Die Führungskräfte sind meistens dabei, werden aber speziell vorbereitet. Es wird offen über das gesprochen, was den Menschen wirklich wichtig erscheint. Die organisatorischen Rahmenbedingungen dafür (Sanktionsfreiheit etc.) müssen vorher geklärt sein.

Die Situation scheint gefährlich, doch „wo Gefahr ist, wächst das Rettende auch“ (Hölderlin). Die allgemeine Anspannung mobilisiert Sensibilitäten und geistige Kräfte, die sonst selten in Gruppen freiwerden. Fast immer heißt es, dass noch nie in dieser Offenheit gesprochen wurde.

Die offenen Dialoge bringen die echten Themen der Organisation auf den Tisch. Manche Themen können "ad hoc" gelöst werden, für die anderen werden nach dem Dialog gemeinsam mit den Führungskräften Lösungsperspektiven entwickelt.

Die Dialoge stärken die Gemeinschaft und die Einzelbeziehungen. Angesammelte Trübungen werden bereinigt und das Klima geklärt. Manchmal werden in den Dialogen radikale neue Ideen geboren und Entschlüsse gefasst., die für das Unternehmen extrem wichtig sein können.

Ziele:

  • Die Teilnehmer führen konsequente offene Gruppengespräche nach der Methode des Dialogs und bringen dadurch die wesentlichen Dinge auf den Tisch.
  • Durch die methodische Einführung, besser noch durch eine vorausgehende Fortbildung in „wertschätzender Konfrontation“ können wichtige Themen leichter offen angesprochen werden, ohne die menschlichen Beziehungen zu belasten. Im Gegenteil, auch die menschlichen Beziehungen werden durch den Dialog geklärt und gestärkt.
  • Im Dialog sind Differenzen produktive Kräfte für Verbesserungen. Differenzen werden konsequent auf der Sachebene gehalten - es wird verhindert, dass sie auf die Beziehungsebene überspringen.
  • Die wichtigen Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden offen ausgesprochen und - wo möglich - sofort geklärt. Für die weiteren wichtigen Fragen werden Vorgangsweise und Verantwortlichkeit festgelegt.

Ablauf:

1. Unterscheidung von Diskussion und Dialog. Einführung in die Methode des Dialogs auf Basis der neueren Dialogforschung, z.B. am MIT-Massachusetts Institute of Technologie.
2. Commitment der gesamten Gruppe zu einigen wenigen Dialog-Prinzipien.
3. Jeder bekommt in Ruhe Raum für seine Anliegen und Sichtweisen. Es wird um den Mut zum eigenen Standpunkt und zum offenen Wort gebeten.
4. Auf eine respektvolle Atmosphäre wird geachtet. Der Respekt bezieht sich auf Menschen und Funktionen, unabhängig davon, ob sie anwesend oder abwesend sind.
5. Manche Fragen sind gelöst, indem sie miteinander offen und respektvoll besprochen wurden. Für andere Fragen können Lösungsperspektiven entwickelt werden, wie z.B. weitere Dialoge, Arbeitsgruppen oder spezifische Fortbildungen.

Methoden:

  • Echte Dialoge, im kommunikationswissenschaftlichen Sinne